Der Agrarsektor befindet sich im Umbruch. Die Themen Energie und Klima sind in den letzten Jahren zunehmend in den Fokus der Landwirtschaft gerückt. Doch welche Nachhaltigkeitstrends sehen wir heute und erwarten wir für die Zukunft?
Kreislaufwirtschaft
Die niederländische Agrarpolitik basierte früher auf der effizienten Erzeugung von möglichst vielen Nahrungsmitteln zu einem niedrigen Preis und einem angemessenen Einkommen für den Landwirt. Jetzt ist ein Richtungswechsel zu erkennen. Effiziente Produktion ist nach wie vor notwendig, aber der Begriff der Effizienz muss weiter gefasst werden. Nicht nur ökonomisch, sondern auch ökologisch effizient: natürliche Prozesse intelligenter nutzen und Rohstoffe sparsamer einsetzen.
Die Kreislaufwirtschaft zielt auf gute Erträge und sparsamen Einsatz von Rohstoffen und Energie sowie möglichst geringe Auswirkungen auf Klima, Umwelt und Natur. Ein Beispiel für einen geschlossenen, kleinen Kreislauf ist ein Ackerbaubetrieb, der Rüben als Futter für einen benachbarten Viehzüchter produziert. Die Gülle des Viehzüchters geht zurück an den Ackerbauern. Reststoffe wie Blätter und Stängel können ebenfalls als Futtermittel oder Bodenverbesserungsmittel verwendet werden. Dies wiederum reduziert den Bedarf an Kunstdünger.
Stabile Innovationen
Es gibt immer mehr Stallinnovationen, die die Emissionen an der Quelle bekämpfen. Um das Ziel der Klimaneutralität im Jahr 2030 zu erreichen, sind Konzepte erforderlich, die der tiergerechten Tierhaltung und den Wünschen des Marktes und der Verbraucher gerecht werden. Denken Sie an emissionsarme Stallsysteme, Luftwäscher und Abtrennungen, um die Ställe vollständig nachhaltig zu machen, einschließlich Sonnenkollektoren auf dem Dach. Derzeit sind nur 30 % der Schweineställe nachhaltig. Im Rahmen des Klimaabkommens wurde viel Geld für neue Stallsysteme für bestehende und neue Ställe zur Verfügung gestellt. Dies wird mit Subventionsprogrammen für die weitere Nachhaltigkeit der Schweinehaltung umgesetzt.
Fleischersatzprodukte
Die ING hat kürzlich Zahlen vorgelegt, aus denen hervorgeht, dass der europäische Markt für Fleisch- und Milchersatzprodukte bis 2025 jährlich um 10 Prozent auf 7,5 Milliarden Euro wachsen wird. Diese Wachstumsprognose führt zu einem Investitionsschub in der Lebensmittelindustrie.
Das schwedische Unternehmen Oatly, das bereits eine Anlage in Vlissingen besitzt, hat 175 Millionen Euro von Investoren erhalten, um die Produktion von Hafergetränken und verwandten Produkten bis 2020 zu erweitern. ADM Europoort baut außerdem eine Sojamühle in Rotterdam, die für Tierfutter bestimmt ist, in eine Anlage zur Gewinnung von pflanzlichen Proteinen um. Der Grund dafür ist, dass laut ADM Europoort 56 Prozent der Verbraucher weltweit versuchen, mehr pflanzliche Nahrungsquellen in ihren täglichen Speiseplan aufzunehmen. Dieser Trend wird durch das wachsende Bewusstsein für die Auswirkungen der Lebensmittelproduktion auf die Umwelt und den verfügbaren Platz angetrieben.
Erzeugung erneuerbarer Energie
Der Agrarsektor ist Vorreiter bei der nachhaltigen Energieerzeugung. Über 45 % des Energieverbrauchs in den hauptsächlich landwirtschaftlichen Sektoren wird bereits nachhaltig vom Sektor selbst erzeugt, hauptsächlich mit Wind und Biomasse. Es gibt ein großes Potenzial für die nachhaltige Energieerzeugung in ländlichen Gebieten. Die steigende Nachfrage nach lokalem Strom und Gas bietet Landwirten und Gärtnern viele Möglichkeiten als Lieferanten von nachhaltiger Energie.
Quellen: ING, Neue Ernte, WUR













